Die Corona Krise hat viele Anleger zu Beginn in Schrecken versetzt. Angst machte sich breit und Portfolios wurden verkauft. Fast alle Asset Klassen sind gefallen. Dramatische Szenarien spielten sich an den Aktienmärkten im Februar bis zum 19. März diesen Jahres ab. Die Panik war aber immer noch da, selbst als der Markt schon wieder um 15% gestiegen war. Dies zeigt sich zum Beispiel an dem VIX(R) Index, häufig auch „Angstindex“ genannt, der nach seinem Hoch bei über 80 Punkten noch im April zwischen 30 und 40 Punkten pendelte.

In den Medien haben viele „Fachleute“ über alle verschiedenen Arten der Erholung der Wirtschaft und der Aktienmärkte orakelt. Viele Zahlen des Alphabets musste dafür herhalten. V-, U-, oder L- oder vielleicht doch W-Form?.

Analysen zeigen, dass viele Anleger (insbesondere professionelle Anleger) zu Beginn von einer W-Form ausgegangen sind – eine Quasi Double-Dip Formation. Dazu kam aber nicht. Deshalb mussten viele professionelle und auch private Anleger in den Markt einsteigen, als dieser schon 15% und weiter gestiegen war. Das Tief Mitte / Ende März haben wohl die wenigsten Anleger getroffen.

Die ersten acht Monate im Jahr 2020 haben wir bei Traderama zum Anlass genommen, um die Performance von emotionslosen Investment und Trading Systemen zu untersuchen. Der Corona Crash, der nicht alle Tage so vorkommt, ist ein Musterbeispiel, um die Verlässlichkeit von Systemen zu prüfen und Handelsmuster für das Vermögensmanagement abzuleiten. Alle Anleger, die immer noch glauben, besser als der Computer anlegen zu können, sollten diese Analyse aufmerksam lesen.

Der Computer war in der Corona Krise der bessere Investor

Vergleich der durchschnittlichen Rendite. Wir haben für die Darstellung die Erträge nicht thesauriert und somit mit einem konstanten Kapitaleinsatz pro Trade gearbeitet. Würde man die Erträge nicht ausschütten sondern thesaurieren, wären die Renditen mit Stand September ca. 1% höher.

Mittlere Rendite (%) der 6 US-Aktien Quant Pakete
(Modus: Ausschüttung der Erträge)

Mittlere Rendite der 6 Deutschland-Aktien Quant Pakete
(Modus: Ausschüttung der Erträge)

PERFORMANCE ALLER QUANT SYSTEME (Ab Januar 2020)

Wir haben die Performance getrennt nach Paketen mit US Aktien und Paketen mit Deutschland Aktien berechnet. Die sechs Quant Pakete mit US – Aktien sind links zusammengefasst. Die sechs Quant Pakete mit Deutschland Aktien zeigen sich auf der rechten Seite. Deutlich zu sehen ist, dass die US Systeme gegenüber den Deutschland Systemen deutlich mehr Gewinn erwirtschaftet haben.

Auf der Zeitachse zeigt sich, dass die höchsten Gewinne im April erzielt wurden.  Die US Systeme haben schon im März in Summe wieder einen positiven Gewinn erwirtschaftet – trotz Verwerfungen am Aktienmarkt. Das liegt daran, dass die Systeme Mitte bis Ende März einen Vielzahl positiver Trades emotionslos eingegangen sind.

Vergleich mit Top Fonds:

Auch im Vergleich zu vielen Fonds schneiden die Traderama Systeme deutlich besser ab. Während die 10 größten Fonds auf deutsche Aktien im Schnitt eine Performance von -1% realisierten, haben die Traderama Systeme mehr als 4 % Plus erwirtschaftet. Auch gegenüber den Fonds auf US Aktien zeigt sich eine bessere Performance. Bei diesen Fonds berechnen wir für die jeweils größten 10 Fonds im Growth und Value Bereich eine mittlere Performance von 10%. Traderama erreicht im selben Zeitraum mehr als 14 % Performance.

(Datenauswertung: 01. Januar 2020 bis 24. September 2020)

 

Handelssysteme managen Risiken besser als der Mensch

Das Risiko Management ist ein zentrales Element quantitativer Handelssysteme. Es soll sowohl die einzelne Position als auch das gesamte Portfolio vor dramatischen Verlusten schützen. Es ist Airbag und Notfallknopf zugleich.

Die Traderama Systeme haben ein integriertes Stop Management System, welches dazu dient, Positionen sofort wieder zu verkaufen, wenn diese sich nicht in die gewünschte Richtung entwickeln. Wir nutzen einen Stop Logik, die ab 5% unterhalb des Kaufpreises die Position am nächsten Tag “bestens” veräußert.

Die Auswertung zeigt, dass die Anzahl der Positionen, die durch das Stop Management verkauft wurden, im März signifikant angestiegen ist.

Während durchschnittlich ca. 15% aller Trades über das Stop Management beendet werden, wurden im März fast 65% der Trades über das Stop Management geschlossen.

Das man in einer volatilen Abwärtsphase bei emotionslosem Handel auch sehr gute Gewinne erzielen kann, zeigt die nachfolgende Auswertung.

Dargestellt sind die durchschnittlichen Gewinn der Trades, die das Ziel erreicht haben gegenüber den durchschnittlichen Verlusten aller Trades, die durch das Risiko Management verkauft wurden.

In der heißen und hoch volatilen Marktphase im März 2020 wurden durchschnittlich die besten Ergebnisse mit unseren Long-Only Systemen erzielt. Auch die Ergebnisse für den April 2020 sind sehr gut und der durchschnittliche Verlust aus den Stop-getriggerten Trades ist sogar deutlich zurückgegangen.

ERGEBNIS:

Einige der besten Trades wurden in einer Marktphase durchgeführt, in der viele Anleger voller Emotion nur verkauft haben ohne zu überlegen, welche Chancen dieses Marktphase bietet. Emotionslos handelnde Systeme haben diese Chancen genutzt.

Wie lange man in einer Position verbleibt, ist ebenfalls für das Trademanagement wichtig. In der Corona Hochphase haben alle Handelssysteme die Haltedauer der Trades auf ein paar Tage verkürzt und Trades wurden entweder abgebrochen oder sind schnell in das Ziel gelaufen. Die verkürzte Haltedauer einer Position vermeidet unnötige Risiken.

In stabilen Aufwärtsphasen eines Markets ist man über lange Haltedauern froh. Es gilt für Anleger, schnell und entschlossen zwischen unterschiedlichen Marktphasen zu unterscheiden. Trades, die ab April 2020 eingangen wurden, haben schon eine längere Haltedauer gehabt.

Ergebnis: 

Wer am Aktienmarkt unterwegs ist, muss darauf achten, konsequent Positionen auch auf der Zeitache zu schließen, um das Kapital für einen besseren Trade wieder freizumachen. Diese Analyse der Quant Systeme zeigt auch deutlich eines der größten Problem von Anlegern in Abwärtsphase auf. Die Positionen werden häufig erst dann liquidiert, wenn der Tiefpunkt einer Kursentwicklung naht. Dann geht es häufig nochmals schnell bergab. Quant Systeme vermeiden dieses “Aussitzen” einer Position und arbeiten emotionslos die Signale ab.

Die Haltedauer eines Trades muss angepasst werden

Haltedauer der Trades (Tagen) pro Monat (Mittelwert der 12 Quant Pakete)

Wenn man systematisch handelt, sollte man dem System folgen

Es ist für den Menschen manchmal sehr schwierig, sich blind auf ein System zu verlassen. Allerdings sind die Anzahl der Situationen, in denen das System falsch liegt häufig viel kleiner als menschliche Entscheidungen.

Dadurch, dass der Mensch diskretionäre und nicht maschinelle Entscheidungen trifft, ist die Erfolgsquote eines Menschen nicht reproduzierbar. Bei einer Maschine schon. Und das ist das Gute an einem Quant System. Es ist möglich, die Performance des Systems über viele Marktsituationen hinweg zu testen und zu überprüfen.

Warum es wichtig ist, ein System konsequent weiterzuführen auch wenn es mal ein paar Verluste gibt, zeigt die folgende Graphik.

Es ist fast unmöglich, bei einem Crash den Boden der Bewegung zu identifizieren. Aber die Systeme arbeiten einfach durch – mit Risiko- und Money Management. Zahlreiche Analysen zeigen, dass man die besten Gewinn in der ersten Erholungsphase nach Übertreibungen nach unten macht.

Die Traderama Quant Systeme haben im April mehr als 70% des gesamten Profits für das Jahr 2020 erwirtschaftet. Das war also schon im April. Wer diese Marktphase verpasst hat, hat einen Großteil des Gewinns des Jahres nicht erzielt. Da viele Anleger noch immer auf eine W-förmige Erholung gesetzt haben, dürften dies sehr viele Anleger gewesen sein, die im April noch nicht oder nur wenig investiert waren.

Quant Systeme zum Selber Handeln

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